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Unterschied zwischen Akut- und Kurzzeittherapie

4 Min. Lesezeit

Haben Sie sich jemals gefragt, welche Art von Psychotherapie am besten zu Ihrer aktuellen Situation passt? Heute werfen wir einen genaueren Blick auf zwei häufig verwechselte, aber grundlegend verschiedene Ansätze: die Akuttherapie und die Kurzzeittherapie.

Zielsetzung und Fokus

Stellen Sie sich vor, Ihr Geist wäre ein Haus. Die Akuttherapie ist wie ein Notfall-Klempner, der gerufen wird, um ein geplatztes Wasserrohr zu reparieren – sie bewältigt eine unmittelbare Krise und stabilisiert. Die Kurzzeittherapie ähnelt eher einer Innenarchitektin, die einige grundlegende Umgestaltungen vornimmt, um Ihr „Haus“ wohnlicher zu machen.

Die Akuttherapie konzentriert sich auf die schnelle Intervention bei akuten psychischen Krisen – sie bringt Sie aus der unmittelbaren Gefahrenzone und gibt Ihnen die nötige Stabilität, um den Alltag wieder zu bewältigen. Die Kurzzeittherapie geht einen Schritt weiter und bietet Raum für eine etwas tiefgreifendere Bearbeitung Ihrer Probleme – manchmal als Vorbereitung für eine mögliche Langzeittherapie.

Dauer und Umfang

Die Akuttherapie ist auf schnelle Hilfe ausgelegt und umfasst bis zu 24 Einheiten von je 25 Minuten oder alternativ 12 Einheiten von 50 Minuten – wie ein intensiver Crashkurs. Die Kurzzeittherapie gibt mehr Raum: bis zu 24 Einheiten à 50 Minuten, beantragbar in zwei Etappen.

Für wen ist welche Therapie geeignet?

Die Akuttherapie ist wie die Erstversorgung auf dem Spielfeld – schnell und effektiv – und behandelt akute Krisen aus dem gesamten Spektrum psychischer und psychosomatischer Störungen. Die Kurzzeittherapie ist eher ein gezieltes Trainingsprogramm: geeignet für leichte bis mittelgradige Störungen und als „Probetraining“, um herauszufinden, welche längerfristige Unterstützung sinnvoll ist.

Das Setting

Die Akuttherapie findet grundsätzlich im Einzelgespräch statt, um Ihnen in der Krise volle Aufmerksamkeit und Schutzraum zu geben. Die Kurzzeittherapie bietet mehr Flexibilität – Einzelsetting oder Gruppentherapie, je nach Bedürfnis.

Was danach kommt

Beide Formen können der Beginn einer längeren therapeutischen Reise sein. Eine Akuttherapie kann in eine Kurz- oder Langzeittherapie überführt werden; ebenso kann eine Kurzzeittherapie bei Bedarf in eine Langzeittherapie umgewandelt werden (mit neuem Antrag).

Unabhängig davon, wofür Sie sich entscheiden – der wichtigste Schritt ist, dass Sie sich Unterstützung suchen. Ihre psychische Gesundheit ist genauso wichtig wie Ihre körperliche. Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt – und manchmal ist dieser Schritt, sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht.

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